Musikfestivals in Österreich: worauf es bei der Planung ankommt
Zwischen Bodensee und Neusiedler See liegen keine 600 Kilometer, kulturell aber ziemlich viel. Das Veranstaltungsprogramm spiegelt das deutlicher als jede Beschreibung.
Wann in Österreich was stattfindet
Im November ist es am ruhigsten. Wer Ruhe sucht und trotzdem Kulturprogramm möchte, findet in diesem Monat die besten Bedingungen.
Die Dichte ist im Sommer am höchsten. An manchen Wochenenden im Juli und August konkurrieren mehrere große Veranstaltungen direkt miteinander, was sich auf Preise und Unterkünfte auswirkt.
Die Hochsaison für Open-Air-Veranstaltungen
Das Donauinselfest in Wien ist eine Besonderheit, weil der Eintritt frei ist. Es zieht regelmäßig ein Millionenpublikum an und läuft üblicherweise Ende Juni über drei Tage.
Das Jazzfestival Saalfelden im Pinzgau läuft seit Jahrzehnten im August und gilt in der Szene als eine der wichtigeren Adressen im deutschsprachigen Raum.
Sportveranstaltungen mit großem Publikum
Eishockey und Handball füllen den Winter abseits des Skisports. Die Hallen sind kleiner, entsprechend leichter kommt man an Karten.
Der Vienna City Marathon im Frühjahr führt quer durch die Stadt und ist auch für Zuschauer gut zugänglich, weil die Strecke an vielen Stellen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.
Die Bundesländer und ihre Schwerpunkte
Niederösterreich ist flächenmäßig groß und entsprechend verstreut. Hier lohnt es sich besonders, vorab nach Terminen in der konkreten Region zu suchen.
Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst. Einen breiteren Überblick zu Land und Leuten gibt es dort.
| Jänner | Ballsaison, Skirennen | hoch in den Wintersportorten |
| Mai | Stadt- und Frühlingsfeste | moderat |
| August | Festivals und Festspiele | am höchsten |
| November | ruhigster Monat | gering |
Unterkunft rechtzeitig klären
Die letzten Verbindungen am Abend fahren früher, als viele erwarten. Ein Blick auf den Rückfahrplan vor der Anreise erspart einiges. Eine Übersicht dazu gibt es unter https://znaki.fm/at-de/events/.
Das Klimaticket gilt österreichweit im öffentlichen Verkehr und rechnet sich schon bei wenigen längeren Fahrten im Jahr. Für Vielreisende ist es die naheliegende Lösung.
- Abends kühlt es in höheren Lagen stark ab
- Sonnenschutz ist in den Bergen wichtiger als im Flachland
- Gehörschutz für Kinder bei Open Airs mitnehmen
- Bei mehrtägigen Festivals Gesamtpass mit Tagesticket vergleichen
Von der Buschenschank bis zum Foodtruck
Der Sturm, also der noch gärende Traubenmost, ist ein saisonales Getränk und nur wenige Wochen im Herbst erhältlich. Er wird deutlich unterschätzt, was den Alkoholgehalt betrifft.
Weinfeste prägen den Spätsommer und Herbst in der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich. Sie sind klein, günstig und meist ohne Eintritt.
Was auf österreichischen Märkten läuft
In den Landeshauptstädten gibt es zusätzlich Markthallen mit fixen Öffnungszeiten, die auch bei schlechtem Wetter funktionieren.
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring zählt zu den größten Straßenmärkten Europas und läuft von Montag bis Samstag. Der Charakter unterscheidet sich stark vom touristisch geprägten Naschmarkt.
Veranstaltungen für Familien
Stadtfeste und Erntedankfeste sind für Familien meist die unkompliziertesten Termine. Sie sind kostenlos, gut erreichbar und zeitlich überschaubar.
Bei großen Festivals gibt es zunehmend Familienzonen mit Ruhebereichen und Gehörschutz für Kinder. Die Angebote unterscheiden sich allerdings stark.
Vorbereitung, die sich auszahlt
Abends kühlt es in höheren Lagen deutlich ab. Der Unterschied zwischen Nachmittag und Mitternacht liegt nicht selten bei fünfzehn Grad.
Bei Veranstaltungen im Freien ist Sonnenschutz ebenso wichtig. In den Bergen ist die Strahlung spürbar stärker als im Flachland.
Advent, Christkindlmärkte und Ballsaison
Für die meisten Bälle gilt eine Kleiderordnung. Sie steht auf der jeweiligen Veranstaltungsseite und wird in der Praxis auch kontrolliert.
Silvester wird in den Städten öffentlich gefeiert, in Wien traditionell mit einem Rundgang durch die Innenstadt. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist an diesem Abend die einzig sinnvolle Option.
Worauf es hinausläuft
Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.
Wer ein Jahr lang mitschreibt, was gefallen hat, hat im Folgejahr eine bessere Grundlage als jede Empfehlung von außen.
Wochenmärkte gibt es in praktisch jeder größeren Gemeinde, meist an ein bis zwei fixen Tagen. Sie sind kein Event im engeren Sinn, prägen den Ortsalltag aber deutlich.
Was ein Veranstaltungswochenende kostet
Pfand auf Becher und Geschirr ist bei Festivals inzwischen die Regel. Er ist kein Kostenfaktor, wenn man zurückgibt, summiert sich aber sonst.
Kostenlose Veranstaltungen sind eine echte Alternative. Stadtfeste, Erntedankfeste und viele Adventmärkte verlangen keinen Eintritt.
Brauchtum, Almabtrieb und Erntedank
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht.
Erntedankfeste laufen im Herbst in praktisch jeder Gemeinde. Sie sind klein, kostenlos und geben einen ehrlicheren Eindruck vom Landleben als jede größere Veranstaltung.
Häufige Fragen zu Veranstaltungen in Österreich
Gibt es Veranstaltungen ohne Eintritt?
Ja, und nicht wenige. Das Donauinselfest in Wien ist das bekannteste Beispiel, dazu kommen Stadtfeste, Erntedankfeste und die meisten Adventmärkte.
Wann ist es am ruhigsten?
Im November. Wer Kulturprogramm ohne Andrang sucht, findet in diesem Monat die besten Bedingungen und die günstigsten Unterkünfte.
Wie früh sollte man Tickets kaufen?
Bei großen Festivals lohnt der Frühverkauf, der oft kurz nach der laufenden Ausgabe startet. Bei kleineren Veranstaltungen genügt meist die Abendkassa.
Die genannten Zeiträume geben den üblichen Jahresverlauf wieder. Einzelne Veranstaltungen können verschoben werden oder entfallen.